Seit mehr als 1000 Jahren bestatten die Kleinostheimer ihre Toten auf dem heutigen Friedhof. Der zunächst kleinere Platz am nordwestlichen Ortsende, wurde im Lauf der Zeit mehrmals erweitert, zuletzt 1990 auf eine Fläche von rund 9.300 m².
Seine Lage außerhalb des Ortszentrums, fernab von den belebten Durchgangsstraßen, über dem lautlosen Fluss mit einer Vielzahl von Bäumen, Sträuchern und Hecken, lässt die Ruhe und Besinnlichkeit dieser Anlage erleben. Der Friedhof wird in seiner Gänze von einer Achse durchzogen, die die Mitte der gesamten Anlage bildet.
Am Anfang steht das Friedhofskreuz aus dem Jahre 1879. Am Ziel der Blickachse steht die neue Aussegnungshalle mit dem großen Versammlungsraum und dem Wandbild „Auferstehung" des Aschaffenburger Künstlers Siegfried Rischar.
Wie ein Kreuzgang hebt sich die Anlage des Massengrabes von den umliegenden Grabplätzen ab. Eine schützende Mauer umschließt diese Begräbnisstätte der Opfer des Schrecklichsten Ereignisses in der langen Geschichte Klein
ostheims. Die Bronzetafel am Sockel des Grabkreuzes erinnert an den Bombenangriff durch die amerikanische Luftwaffe am 21. Januar 1945 auf den Ort. Dabei verloren 61 Einwohner Kleinostheims ihr Leben; 54 von ihnen wurden in diesem Grab beigesetzt.
Vom Haupttor des Friedhofs führt eine Urnenmauer mit 56 Nischen hin zu den Totenhäusern und der Aussegnungshalle. Diese Urnenmauer, die 1991 errichtet wurde, bildet gleichzeitig eine Abgrenzung nach außen und schützt auf dem Weg zu den Totenhäusern. Die Mauer erinnert an die lange Tradition der Gebeinhäuser, in denen in früheren Zeiten die Gebeine der Verstorbenen nach einigen Jahren wieder aus der Erde geholt und dort aufbewahrt wurden. Diese Urnenmauer wurde ebenso von Siegfried Rischar mit den Motiven „Schöpfung", „Kreuz", „Pfingsten" sowie „Erlösung" künstlerisch gestaltet wie die neue Aussegnungshalle.
Das Urnengrabfeld mit seinen Urnenwürfeln ist nunmehr seit den Jahr 2008 seiner Bestimmung übergeben.
Die Gestaltung im Bereich "Alten Friedhof" vor der alten Aussegnungshalle mit dem roten Mainsandstein, hat sich mittlerweile zu einer würdigen, schlichten und doch aussagekräftigen Ruhestätte entwickelt und das Gesamtbild des Friedhofes um besondere Akzente bereichert.